Mona & Bahira
Hallo, mein Name ist Mona.
Ich war es nach mehreren Reitschulerfahrungen, tausenden von Sitzkorrekturen und immer wieder ausgebundenen Pferden, endgültig leid, Reitunterricht zu nehmen und nicht weiter zu kommen.
Mittlerweile hatte ich sogar Angst vor den Pferden bekommen. Diese armen Geschöpfe auf denen jede Stunde ein anderer rum rutschte und dazwischen keine Herde oder Auslauf. Stattdessen hatte Keiner wirklich Interesse an ihnen und die Tiere sollten dann auch noch ausgeglichen sein. Naja, die meisten Pferde die ich kennengelernt habe, waren nicht mehr normal. Sie haben sich aufgelehnt, bissen, stiegen, bockten oder taten sonst was, was meinem Vertrauen in sie Abbruch getan hat!!!
Nun denn, entweder ein eigenes Pferd oder es sein lassen! Das waren die Alternativen!
Also habe ich mir zuerst mal ein paar Privatställe angeschaut. Nach langem Suchen fand ich den Verein Freizeitreiter Königsfeld. Hier fand ich es sofort gut, keine Snobs, außer Markus(HAHA) und es ging in erster Linie darum, ein Pferd reiten zu lernen( ohne Ausbinder und sonstige Hilfsmittel).
Unsere Reitlehrerin Andrea sagt immer „Reiten lernt man beim Reiten!“. Also nahm ich Unterricht. Dazwischen fuhr ich rum und sah mir Pferde an. Also, zugegeben, ich hatte zwar keine Ahnung von Pferden, aber ich hatte eine feste Vorstellung - braun, nicht zu groß und gelassen sollte mein Pferd sein. Eines Tages, im Sommer 2004, sah ich dann mein Pferd! Ich habe es gekauft! Einfach so! Ohne jemanden zu fragen! Ohne mir fachkundlichen Rat zu holen! Ohne Nachdenken, einfach so, weil ich wusste, es ist mein Pferd!
He… warte mal, Mona! Da hab ich auch noch was zu zu sagen!
Ich bin die Arabermix Schimmelstute Bahira. Ich wurde an einem Sommertag mal wieder in ein wackeliges Gefährt geführt und durch die Gegend geschaukelt. Als ich aus dem Gefährt raus durfte, roch alles fremd und neu. Von fremden Menschen wurde ich dann auf eine saftige Weide geführt, hatte aber leider keine Zeit das saftige Grün zu probieren, weil die anderen Pferde nicht besonders nett zu mir waren. Ich wurde ordentlich von ihnen getrieben, gezwackt und gebissen. Aber das ist nun einmal so, wenn man neu in einer Herde ist. Die nächsten Tage waren doch sehr aufregend und vieles war neu. Ich wurde ständig von dem Mensch, der mich hierher gebracht hatte geputzt und von allen begutachtet. Es gab super gutes Futter und ich war froh, diesmal an einem guten Ort gelandet zu sein.
Die Menschen meinten, ich wäre in einem schlechten Zustand. Sie wussten nicht wirklich, wie schlecht es mir ging! Inzwischen wusste ich, dass der Mensch, der mich hierhingebracht hatte, Mona hieß. Mona gab mich bei Andrea in Beritt, ich sollte in Westernreitweise ausgebildet werden. Zwischendurch versucht sich Mona mit mir an der Longe, was sie aber noch ein bisschen üben muss.
Ich fühle mich hier wohl und Alles in allem ist es eine gute Zeit für mich, aber alles ist fürchterlich anstrengend. Es ist August und bin schon einen Monat hier. Ich darf bei den anderen Pferden auf der Weide stehen und fressen. Die Menschen sagen ich hätte inzwischen zwar ein paar Muskeln mehr, aber auch einen dicken Weidebauch (HAHA). Es ist Mitte August, Mona und Andrea sind in Urlaub und mir geht es immer schlechter. Plötzlich bekomme ich auf der Weide furchtbare Schmerzen. Ich schreie furchtbar!!!!!!!! Später werde ich von der Weide geholt und der Tierarzt kommt und macht merkwürdige Dinge bei mir, dabei sind die Schmerzen doch schon vorbei, aber ich schreie wohl noch zu laut. Die Menschen verstehen mich nicht, denn ich rufe doch nur meine Zwillinge!!! Viele Leute kümmern sich jetzt ganz doll um mich und langsam geht es mir auch besser. Aber wo sind meine Babys? Ich rufe und rufe, bekomme aber keine Antwort. Es ist September. Mona und Andrea sind wieder da und alle schauen mich traurig an. Ich glaube fast, Mona und Andrea wissen wie es mir geht und kümmern sich um mich. Ende September ich muss wieder an die Arbeit. Eigentlich macht mir das viel Spaß, was ich aber lieber für mich behalte und mir geht es wieder richtig gut. Manchmal sagt Mona, dass es mir zu gut geht! Sie hat inzwischen erkannt, dass ich nicht so ruhig wie der Esel bin, den Sie glaubte gekauft zu haben( So kann man sich vertun)!
Es ist 2005 und nun sind Bahira und ich schon ein Jahr zusammen. Wir haben uns gut zusammen gerauft. Natürlich habe ich auch weiterhin immer wieder Fehler gemacht, zum Beispiel in der Lüneburger Heide, wo wir zusammen in den Osterferien waren. Wir sind ohne Gamaschen immer schön durch den tiefen Sand galoppiert, weil es ja gut sein soll für die Muskulatur. Nur leider nicht für Bahiras Sehnen. Nach dem Urlaub mussten wir acht Wochen Pause einlegen. Leider konnte ich deshalb nicht mit Bahira an dem Wanderritt in der Eifel teilnehmen, aber Andrea stellte mir eines ihrer Pferde zur Verfügung und es war eine super Zeit. Naja, ich bin ja lernfähig, vorsichtshalber trägt Bahira nun immer Gamaschen um ihre Sehnen zu unterstützen. Im Anschluss haben wir weiter Unterricht bei Andrea genommen und Bahira war auch in Beritt, weil dieser sture Esel einfach nicht rund gehen will. Ich habe auch immer wieder longiert und mache es mittlerweile ganz gut. Wobei wir auch hier immer mal wieder Rückschläge hinnehmen mussten, weil ich ein Pferd mit Charakter habe und Bahira immer mal wieder probiert, wer der Stärkere ist.
Aber, es gelingt ihr immer seltener sich durchzusetzen, denn ich habe keine Angst mehr. Aber so ist das eben wenn man spät anfängt einen Kindertraum zu verwirklichen. Zwei Schritte vor und drei zurück. Aber ich würde es wieder tun.
Andrea und ich sind jedenfalls stolz auf das, was wir erreicht haben, denn es ist nicht leicht für einen uneinsichtigen aber ehrgeizigen Anfänger und eine ehrgeizige Trainerin, ein Pferd hinzubekommen das jahrelang nur geheizt wurde .
Ihr könnt euch mal die Bilder von Juli 2004und Dezember 2004 ansehen.
Andrea hat mir auch mittlerweile gestanden, dass Sie am Anfang gedacht hatte, ich hätte ein halbtotes Pferd gekauft. Nun ja, wo die Liebe hinfällt. Nach wie vor mag ich dieses Pferd, obwohl es nicht braun, kein Wallach und auch nicht besonders ruhig ist. Aber wer lernt schon gerne auf die einfache Weise?? Ich nicht!
Mona
Hey Leute! Ich bin´s wieder! Bahira!
Ich wollte euch nur sagen, dass ich Eins jetzt ganz sicher weiß! Ich habe endlich „meinen Menschen“ gefunden! Ihr könnt euch denken, dass es Mona ist!
Schaut uns zu! Ihr seht uns im Sommer 2008 beim Training und auf dem Sommerfest 2009
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